Was ist eigentlich mit dem Sockengeld passiert?
Verwendung des Spendengeldes aus dem Projekt „Spendensocke“ für Flüchlingshilfe auf Lesbos
Verein „Unser Bruck hilft“ – Helga Longin
Im April wollte Helga wieder nach Lesbos fliegen, um vor Ort zu tun, was sie monatelang so wunderbar getan hat. Zu helfen. Den Alltag im Lager ein kleines bisschen zu erleichtern. Doch dann lasen wir die erschütternde Nachricht, dass Helga verstorben ist. Nur Tage vor ihrem geplanten Abflug.

Bei ihrem letzten Heimatbesuch war Helga mit uns in Kontakt und hat uns erzählt, was sie bereits mit unseren Spenden in die Wege leiten konnte. Unser Geld darf nun in ihrem Namen über ihr Netzwerk „Unser Bruck hilft“ weiterwirken.
„Unser Bruck hilft“ finanziert weiters ein kleines Miethaus zumindest für ein Jahr für 2 Asylberechtigte. Darüber hinaus wird deren Anstellung auf der Farm von „Home for all“ subventioniert.
„Home for All“ hat ein großes Grundstück mit einem alten Haus günstig gekauft. Da werden die Renovierungskosten im Ausmaß von ca 12.000€ übernommen, damit eine Familie dort einziehen kann.
Helgas geplanter Schwerpunkt bei ihrem nächsten Einsatz war vor allem der medizinische Bereich sein, denn Kranke müssen unbehandelt bleiben, weil schlicht und einfach das Geld für Medikamente fehlt – und da geht’s jeweils gar nicht einmal um besonders teure Medikamente.

Verein Flüchtlingshilfe Doro Blancke
Folgende Sachmittel wurden mit dem Geld der Spendensocke gekauft und im Flüchtlingscamp Kara Tepe mit Hilfe von Freiwilligen verteilt:
- „Lady Bags“ für ca 20€ mit Binden, Slipeinlagen, Haarshampoo, Duschgel, Körpermilch
- „Baby Bags“ für ca. 25€ mit Pampers, Babypuder, Babyseife, Babycreme, Windeln, Thermoskanne, teilweise mit Milchpulver und Fläschchen, Schnuller
- Es wurden bereits 250 Thermoskannen gekauft und 500 weitere bestellt. Diese werden an besonders vulnerable Personen, Familien mit kleinen Kindern, alte, kranke Menschen verteilt.
- 150 elektrische Kochtöpfe wurden bereits gekauft und 100 (3200€) wieder bestellt. Diese werden an Familien mit vielen Kindern, Alleinerzieher*innen, oder kranke Menschen, die mit nur einer gekochten, allerdings kalten und kleinen Mahlzeit pro Tag nicht auskommen, verteilt. Es wurden zudem bereits 200 Wasserkocher (a 9,50€) gekauft, die Verteilung folgt ähnlichen Prinzipien wie bei den Kochtöpfen.
Doro und ihr Team unterstützen „Home for All“ bei den täglichen Einkäufen für die Küche, denn die warmen Essen, die für 500 kranke Menschen ins Camp und 300 außerhalb des Camps geliefert werden, sind sehr wichtig. Diese Rechnungen belaufen sich auf ca. 400 € in der Woche für Gewürze, Handschuhe, Desinfektionsmittel, Salz, Zucker, Spülmittel, etc.

Mit dem Geld aus den „Spendensocken“ wurde die NGO „Zaporeak“ mit 5000 € unterstützt, auch sie kochen 1000 Mahlzeiten täglich und frisch fürs Camp. Insgesamt 5000 € gingen an Medical Volunteer International für den Aufbau einer Apotheke im Camp und den Einkauf von Medikamenten.
Es wurde eine Brille für einen Mann, der 4 Dioptrien hat, bezahlt. Und nicht zu vergessen: SIM Wertkarten für die freiwilligen Helfer im Camp, da hier eine Verbindung für die Zusammenarbeit unerlässlich ist. Es wurde ein Lagerhaus für die Sachspenden, die aus Österreich eingetroffen sind, angemietet. Die Miete beläuft sich auf 1200€ im Monat. Es wurden 1500 Solarduschen bestellt (mit Transport ca. 4000 €), die an jedes Zelt und jede Gruppe von Alleinreisenden verteilt werden.
Es gibt zudem laufende Mieten, da eine Wohnung und ein Haus für besonders vulnerable Personen (z.B. für die Familie, deren kleines Mädchen im Camp vergewaltigt wurde), vom Verein gemietet wurden.
Die Liste ist lang und es zeigt uns, wie wichtig unsere Spendenkation war. Helga und Doro bedanken sich immer wieder für unsere Aktion, unser mitmachen. Gleichzeitig betonen sie, dass die einzig richtige Lösung eine Evakuierung des Lagers ist. Gerade auch die Menschen, die einen positiven Asylbescheid haben, haben es nun besonders schwer.

Als Team bleiben wir am Thema. Versuchen weiterhin Mut zu machen, dass wir auch in Österreich endlich ein paar Familien mit positivem Asylbescheid eine neue Heimat geben können. In der Zwischenzeit sind wir dankbar, dass Doro ihre Arbeit vor Ort weitermacht und dabei Helga immer in ihrem Herzen trägt.
0 Kommentare